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Pizza

Während meiner Zeit bei der Marine haben wir im Rahmen verschiedener Einsätze viele italienische Häfen besucht.
In dieser Zeit habe ich die italienische Lebensart zu lieben gelernt. Der Wein, die Spezialitäten und die ganz einfachen Dinge des Lebens. 
Dieser Teil meines Internetauftrittes soll eine Huldigung an Italien und eine Stoffsammlung meiner Lieblingsdinge sein. Besonders angetan hat es mir Neapel und die Amalfi-Küste.

Ich hoffe ich kann Euch ebenso für Italien begeistern, wie es mich seinerzeit begeistert hat.

Ihr findet hier auch meine Lieblingsrezepte. Diese gelingen am Besten mit Originalzutaten aus Italien und / oder ganz frischen Zutaten. Es geht Nichts über Tomaten, Knoblauch und Kräutern aus eigenem Anbau. Für alles Andere kann ich die Jungs von Gustini empfehlen. Preislich nicht immer ganz vorne dabei, aber die Qualität und der Kundenservice ist Spitzenklasse.

Die leckerste Pizza habe ich in der Trattoria Medina gegessen. Vielleicht auch deshalb, weil wir dort jeden Tag abhingen. Seit dem versuche ich diese Pizza nach zu backen. Und ich denke, ich bin ganz nah dran. Daher nenne ich meine Kreation Pizza Medina und hier kommt das Rezept:

Pizza Medina

Zutatenliste:
Für den Teig:

350g Mehl (Tipo 00) Ich bevorzuge Caputo Farina 00 Pizza Chef 
50g Hartweizengries z.B.: Semola di grano duro 
ca.15-20g Frische Hefe ( Leider ist Bierhefe einfach nicht zu bekommen)
1Fl. Hefeweizenbier (wir brauchen nur so um die 100ml) 
Wirklich gutes natives Olivenöl 
Lauwarmes Wasser 
Salz 
1 großen Zip-Loc Beutel

Für die Pizzaiola:

4-5 frische Tomaten (die ganz fruchtigen) oder eine gr. Dose Tomaten 
2 frische Knoblauchzehen
3 Schalotten
frischer Basilikum 
konz.Tomatenmark
brauner Zucker
leckeren Chianti (am Besten eine ganze Kiste 😉 ) 
Olivenöl
Salz
Pfeffer

Für den Belag:

Mozarella di Bufala
Parmegiano Reggiani
Prosciutto di Parma
eine leckere Salami (vielleicht Salsiccia Napoli forte)

Zubereitung:

OK, fangen wir an. Bilder folgen im Frühjahr nach der nächsten Pizza-Parade 😉
Zuerst werden wir den Teig zubereiten, da er über Nacht im Kühlschrank gehen sollte.

  1. Die frische Hefe in einer Tasse mit etwas lauwarmen Wasser (60-70ml) und einem Teelöffel Zucker auflösen. Die Hefe braucht nun ca. 10 Minuten um in Gang zu kommen. Der Zucker dient der Hefe als Nahrung. Wir wollen ja Kohlendioxid erhalten, welches den Teig leicht säuerlich und schön luftig werden läßt. Da sich Hefe ausschließlich von Kohlenhydraten (Zucker) ernährt hat sie es einfacher mit ein wenig Zucker als Starthilfe.
  2. In der Zwischenzeit vermengen wir das Mehl, Gries und Salz ganz leicht und machen einen kleinen Berg auf der Arbeitsplatte. Wie beim Vesuv bilden wir einen Krater in der Mitte.
  3. Sind die 10 Minuten um ? Gut, dann schütten wir nun mit Schwung die Hefeflüssigkeit in den Krater und geben nun einen guten Schluck (so ca.100ml) Weizenbier dazu. Das Weizenbier dient als Geschmacksersatz für die fehlende Bierhefe.
  4. Nun wird spannend. Mit einer Gabel rühren wir die Hefe-Weizenbierbrühe um und rühren dabei immer mehr Mehl mit ein, bis wir irgendwann die Finger nehmen müssen um den Teig zu kneten.
  5. Ja, es ist ein Hefeteig. Da knetet es sich nicht so leicht und es tun einem die Finger weh nach 10 Minuten kneten. Aber es lohnt sich. Geben Sie zwischendurch einen Schuß Olivenöl in den Teig und wenn er zu trocken wird etwas Wasser. Das Öl macht ihn schön geschmeidig. Ist er zu feucht, einfach noch ein bischen Mehl dazu. 15 Minuten kneten.
  6. Fertig ? Dann ab mit dem Teig in den Zip-Loc Beutel und in den Kühlschrank.
  7. Das Weizenbier austrinken. Morgen gibt es nur Wein.

Nächster Tag:

Die Pizzaiola-Zubereitung. Wow, während ich das schreibe gaukelt mir mein Hirn den Geruch der Aromen vor, die durch das Haus schweben und jeden Geniesser gefangen nehmen. Das ist toll. Wenn sich draußen ein sonniger Tag andeutet, die Freunde nachher zu Besuch kommen. Übrigens lassen sich aus den Zutaten auch leckere Bruscetta Vorspeisen zaubern, einzig ein paar Chillis brauchen wir dann noch. Für Kurzentschlossene gibt es aber auch ein Bruscetta-Gewürz . Aber wir wollten ja jetzt die Pizzasauce machen:

Vorbereitung:

Tomaten häuten (über Kreuz einritzen und kurz ins kochende Wasser legen. Dann kann man die Haut einfach abziehen), Strunk rausschneiden, entkernen und Würfeln,
Knoblauch ganz fein hacken (Knoblauch nie quetschen),
Schalotten in kleine Würfel schneiden,
Basilikum pflücken und grob hacken,
Chianti entkorken.

  1. Etwas Olivenöl in einem Topf erhitzen und die Schalotten darin anschwitzen.
  2. Knoblauch hinzugeben und anschwitzen. Achtung: Nicht braun werden lassen. Es entstehen Bitterstoffe.
  3. Einen Esslöffel braunen Zucker dazu geben, dann das Tomatenmark (Menge richtet sich danach, wieviel Sauce man möchte. Beim ersten Mal würde ich so 2-3 Esslöffel nehmen). Es sollen sich Röstaromen am Topfboden bilden
  4. Nun die Tomaten dazu geben und das ganze gut verrühren. Eine Prise Meersalz dazugeben.
  5. Das Ganze mit einem 1/2 Liter Chianti ablöschen und auf kleiner Flamme ohne Deckel solange einreduzieren, bis eine sämige Pizzaiola entstanden ist.

Bei mir dauert das so um die 2-3 Stunden. Zwischendurch kommt das Basilikum und wer mag Oregano dazu. Zum Schluß mit Salz abschmecken. Manchmal sind die Tomaten nicht süß genug, dann schmecke ich noch mit etwas braunen Zucker ab. Pfeffer ist Geschmackssache. Diese Pizzasauce lässt sich nicht nur super einfrieren, sondern schmeckt auch als Basis für diverse Pasta Saucen ganz hervorragend. Bischen Chilli und Olivenöl dazu und wir haben eine All ‚arrabiata Sauce.

Eine gute Pizza gelingt nur mit einem „Pizzastein“. Leider erreichen unsere E-Backöfen keine Temperatur von 400°C, so daß eine super Pizza entstehen kann. Ich backe die Pizza daher auf meinem Kugelgrill mit Pizzastein bei geschlossenem Deckel. Das klappt ganz gut. Im Sommer soll dann aber ein Holzbackofen im Garten entstehen.

Next Step:

Teig aus dem Kühlschrank nehmen und aus dem Gefriebeutel holen. Er sollte jetzt deutlich größer geworden sein und säuerlich riechen. Backblech mit Backpapier belegen und aus dem Teig ca. 150g. Kugeln formen. Diese Kugeln auf das Backblech legen, etwas Abstand unter einander einhalten und mit einem feuchten Baumwolltuch abdecken. Idealerweise stellt man das Blech an einen warmen Ort bei 32°C. Ich habe festgestellt, daß mein Backofen auf der niedrigsten Stufe 30°C erreicht. Das geht dann ganz gut. Auf keinen Fall darf die Temperatur auf über 40°C steigen. Das zerstört die Hefe. Die Teigkugeln sollten jetzt nochmal 2 Stunden gehen. Sie werden dann nochmal deutlich größer.

In der Zwischenzeit starte ich den Grill und trinke einen Wein.

Pizzateig dünn auskneten, Pizzaiola aufstreichen und Mozarella draufstreuen/legen. Da die Mozarelle, die man hier so kaufen kann doch etwas Geschmacksneutral daher kommt, mische ich den Büffelkäse mit Parmegiano Reggiani. Das macht es würziger. Nun mit Wurst und Schinken belegen und mit etwas Öl beträufeln. Ab auf den Grill/in den Ofen mit der Pizza. Je nach Temperatur ist sie nach ein paar Minuten fertig.

Etwas Oregano und etwas Basilikum drauf streuen und fertig ist die Pizza Medina.

Malachitgrünoxalat

Behandlung einer Ichthyo-Infektion im Aquarium

Ichthyophthirius multifiliis, der Erreger der Weißpünktchen-Krankheit ist nach Haltungsfehlern sicherlich für die meisten Todesfälle von Aquarienfischen verantwortlich.

Man nehme:
– 0,1%ige Malachitgrünoxalat-Lösung (zinkfrei) aus der Apotheke
oder 1 g Malachitgrünoxalat (zinkfrei, reinst) und löse es in 1 Liter Wasser
– Eine Injektionsspritze ohne Nadel zum Abmessen

– Tag 1: Von dieser Lösung werden 6 ml auf 100 Liter Aquarienwasser abgemessen und in ein bis zwei Litern Wasser vorgelöst. Das wird dann über eine längere Zeit (ein bis zwei Stunden) verteilt ins Aquarium gegeben. Sollten sich im Aquarium keine Salmler, empfindliche Buntbarsche oder Welse befinden, kann (muß aber nicht) die Konzentration auf 10 ml je 100 Liter erhöht werden.
Malachitgrünoxalat schädigt die Filterbakterien, wird aber andererseits von ihnen abgebaut. Beides ist nicht erwünscht, deswegen empfiehlt es sich, einen Biofilter in einen Eimer kurzzuschließen und Mulm vor der Behandlung abzusaugen.
Soweit die Fische es vertragen, kann die Aquarientemperatur erhöht werden. Dies beschleunigt den Zyklus von Ichthyo und verkürzt damit die Behandlung. Außerdem steigt mit der Temperatur die Sterblichkeit der Trophozoiten in der Bodenphase

– Tag 2: Da Malachitgrünoxalat lichtempfindlich ist, sollte das Licht im Aquarium ausgeschaltet bleiben. Füttern, wenn die Tiere hungrig sind.

– Tag 3: 2 bis 3 ml pro 100 Liter der Malachitgrünoxalat-Lösung nachdosieren. Füttern, wenn die Tiere hungrig sind.

– Tag 4: wie Tag 2.
– Tag 5: wie Tag 2.
– Tag 6: wie Tag 3.
– Tag 7: wie Tag 2.
– Tag 8: wie Tag 2.
– Tag 9: wie Tag 3.

– Tag 10: Wenn die Wassertemperatur während der gesamten Behandlungsdauer bei 30°C oder darüber gelegen hat und die Fische keine Pünktchen mehr aufweisen, ist die Behandlung beendet. Ansonsten wie Tag 2.

– Tag 11: Wenn die Wassertemperatur während der gesamten Behandlungsdauer bei 28°C oder darüber gelegen hat und die Fische keine Pünktchen mehr aufweisen, ist die Behandlung beendet. Ansonsten wie Tag 2.

– Tag 12: Wenn die Wassertemperatur während der gesamten Behandlungsdauer bei 26°C oder darüber gelegen hat und die Fische keine Pünktchen mehr aufweisen, ist die Behandlung beendet. Ansonsten wie Tag 3.

– Tag 13: wie Tag 2.

– Tag 14: Wenn die Wassertemperatur während der gesamten Behandlungsdauer bei 24°C oder darüber gelegen hat und die Fische keine Pünktchen mehr aufweisen, ist die Behandlung beendet. Ansonsten wie Tag 2.

Ende der Behandlung: Die Behandlung ist grundsätzlich 4 Tage nach dem letzten Auftreten eines weißen Pünktchens beendet. Zum Ende der Behandlung wird an 4 aufeinander folgenden Tagen jeweils 1/3 des Aquarienwassers gewechselt und Mulm abgesaugt. Ein kurzgeschlossener Biofilter kann nach dem 2. Wasserwechsel wieder angeschlossen werden.

Vorsicht: Malachitgrünoxalat ist sehr giftig und steht im Verdacht, Krebs zu erregen. Das Pulver sollte nach Möglichkeit im Freien und mit Gummihandschuhen und Mundschutz verarbeitet werden, die Stammlösung ebenfalls mit Handschuhen. Die Stammlösung ist sehr lichtempfindlich, sie sollte kühl und dunkel, aber nicht in der Nähe von Lebensmitteln aufbewahrt werden.

Nachtrag: Oft tritt Ichthyo auf, kurz nachdem neue Fische ins Aquarium gesetzt werden. Meist wird dann die Schuld dem Händler zugewiesen, man behauptet, er habe kranke Fische verkauft, weil sie nach nur einer Woche Pünktchen bekommen.
Dem ist nicht so!Auch die oft zitierten „Dauerstadien“ sind bei Ichtyo nicht bekannt und treten im gesamten Verwandtschaftskreis nicht auf. Ich halte es also für unwahrscheinlich, daß es sie gibt. Häufig kommt es im Aquarium jedoch zu einem Minimalbefall der vorhandenen Fische. Er bleibt für den Aquarianer unsichtbar und ist für den Fisch nicht sehr störend. Meist sitzen mikroskopisch kleine Trophozoiten an den Basen der Brustflossen, in den Kiemen oder sonstigen schlecht erreichbaren Stellen. Sie werden dort nicht besonders groß, da das Immunsystem der Fische ihnen sehr zu schaffen macht, deswegen sieht man sie nicht.
In den meisten Aquarien stellt sich auf diese Weise ein Wirt-Parasiten-Gleichgewicht ein, mit dem beide ganz gut leben können. So stellt es übrigens den Idealfall für einen Parasiten dar.
Kommen nun neue Fische ins Becken, deren spezifische Immunabwehr diesen Ichthyphthirius-Stamm nicht kennt, können sich die Parasiten auf diesen Fischen hervorragend vermehren. Eine große Zahl von Schwärmern wird gebildet und auch die alteingesessenen Fische werden angeschwommen. Durch die zahlreichen Löcher, die die Trophozoiten in der Epidermis (= Diffusionsbarriere) der Fische verursachen, werden auch die Fische aus dem Altbesatz geschwächt, die Epidemie greift um sich.

Die hier gegebenen Behandlungsempfehlung ist sorgfältig geprüft worden und hat sich vielerorts als praktikabel erwiesen. Dennoch übernimmt der Autor keinerlei Haftung für Schäden, die durch ihre Anwendung an Mensch, Tier, Umwelt oder Gegenständen entstehen.

Nitritpeak

Ein Aquarium funktioniert nicht mit Boden, Wasser, Pflanze, Fisch und Futter. Nein es gehören eine Menge von Mikroorganismen dazu, vor allem viele verschiedene Bakterien.

Fische fressen stickstoffhaltige Nahrung, sie scheiden überflüssigen Stickstoff als Ammonium aus, dieses wird von Bakterien zu Nitrit umgewandelt, das Nitrit wiederum wird von anderen Bakterien zu Nitrat umgewandelt, diese wiederum nehmen Pflanzen auf und bauen es in ihre Körpersubstanz ein und wachsen dadurch. Ganz verkürzt und vereinfacht.

Ammonium = NH4+ (bei wasserlebenden Tieren)

Wenn wir uns auf die Fische, also wasserlebende Tiere beschränken, müssen wir uns also mit dem Ammonium beschäftigen. Ammonium selber ist eine ungiftige Substanz, aber je nach Säurewert (pH Wert) wird das Ammonium unter Umständen in eine sehr giftige Substanz umgewandelt, das Ammoniak.

pH Wert > 7 = Ammoniak
pH Wert < 7 = ammonium

Die Natur hat nun eine Möglichkeit geschaffen,  biotopschädigende Stoffe umzuwandeln. Bakterien.
Es handelt im Falle des Ammoniums um die Bakterien der Gattung Nitrosomonas.
Nitrosomonas nimmt Ammonium/Ammoniak (NH4+ oder NH3) auf und wandelt es in Nitrit (NO2-) um.

Nitrit ist aber ebenfalls giftig für Fische, daher gibt es weitere Bakterien aus der Gattung Nitrobacter, die Nitrit aufnehmen.
Nitrobacter nimmt Nitrit (NO2-) auf und wandelt es in Nitrat (NO3-) um.
Nitrat ist vergleichsweise ungiftig.

Für das Aquarium bedeutet das, daß das Aquarium nur funktioniert, wenn ausreichende Mengen der Bakterien Nitrosomonas und Nitrobacter vorhanden sind. Diese leben vorzugsweise substratgebunden im Filter, im Boden und zum geringeren Teil in sog. Biofilmen auf Pflanzen, Dekorationen etc.

Wenn das alles so einfach ist, warum gibt es dann den Nitritpeak ?

Dazu muß man sich ein neu eingerichtetes Aquarium vorstellen. Man geht ins Geschäft, kauft sich Becken, Abdeckung, Boden, Pflanzen und richtet das Becken dann ein. In diesem Becken sind erstmal nur ganz wenige dieser Bakterien, die man vor allem mit den Pflanzen eingebracht hat. Die Bakterien müssen sich jetzt erst mal akklimatisieren, sie müssen neue Substrate finden und sie brauchen ausreichend Nahrung, um überhaupt wachsen und gedeihen zu können.

Nahrung finden sie auch in fischlosen Becken, zwar wenig, aber immerhin. Es zerfallen Pflanzenwurzeln oder auch das ein oder andere Pflanzenblatt, meist schleppt man sich die ein oder andere Schnecke ein, die ebenfalls frißt und Ammonium ausscheidet.

D.h. Ammonium/Ammoniak kommt schon kurz nach der Einrichtung in geringen Spuren vor. Auf dieser Nahrungsbasis können dann die Bakterien der Gattung Nitrosomonas anfangen zu wachsen, für sie ist Nahrung da, nicht aber Bakterien der Gattung Nitrobacter (die brauchen Nitrit), für sie ist noch keine Nahrung da. Das Ergebnis ist, daß die erstgenannte Gattung wächst und gedeiht, die zweitgenannte Gattung aber noch stagniert. Als Endprodukt scheiden die Nitrosomonas Bakterien nun Nitrit aus, welches erst mal im Wasser bleibt und meßbar wird – das ist der Nitritpeak. Erst wenn Nitrit in ausreichender Menge vorhanden ist, entwickeln sich nun auch die Nitrobacter Bakterien, nehmen dann Nitrit auf und wandeln es unter Wachstum in Nitrat um -> der Nitritpeak verschwindet.

In der Konsequenz in der zeitlichen Reihenfolge:

1. Es fällt durch Zersetzungsvorgänge und Tierausscheidungen Ammonium/Ammoniak an.
2. Nitrosomonas Bakterien fangen an zu gedeihen, nehmen Ammoniak/Ammonium auf.
3. Sie scheiden dann Nitrit aus.
4. Nitrobacter Bakterien fangen an zu gedeihen, nehmen Nitrit auf.
5. Sie scheiden Nitrat aus.
6. Pflanzen, wenn sie gut wachsen, nehmen alle drei Substanzen auf.

Diese Entwicklungsreihenfolge der Bakterien ist unumgänglich, d.h. sie tritt zwingend bei jeder Beckenneueinrichtung auf. Daraus folgt aber auch, daß der Nitritpeak unvermeidlich ist und ebenfalls immer auftritt. Was man nicht voraussagen kann ist, wann genau der Peak auftritt und wie hoch er ausfällt, das ist von Becken zu Becken sehr unterschiedlich. Eigene Messungen an mehreren neu eingerichteten Becken zeigten, daß der

Nitritpeak zwischen der 2. und 5. Woche der Laufzeit eines Aquarium auftritt.

Erst danach kann man mit dem Fischbesatz beginnen.

Achtung: Aus dem Gesagten, daß sich die Bakterien an die jeweilige Wassersituation, also auch an den Fischbesatz anpassen müssen und dort ein Zeitversatz der Reaktion erfolgt, ergibt sich auch, daß in eingelaufenen AQ bei plötzlichen starken Besatzzunahmen an Fischen selbst später Nitritpeaks auftreten – ebenfalls aus eigener Erfahrung. Daher den Besatz nie schlagartig erhöhen, sondern den geplanten Fischbesatz sowohl bei neuen Becken, als auch bei eingelaufenen Becken nur langsam anpassen.

Anzeichen einer Nitritvergiftung:

1. Schnelle Atmung,
2. Hängen der Tiere an der Wasseroberfläche trotz Belüftung des Beckens oder spritzender Filtereinlauf.
3. Plötzliches symptomloses Versterben von Fischen, manchmal kommt es im Vorfeld des Todes zu Orientierungsstörungen, d.h. die Tiere schwanken im Wasser, drehen sich um die eigene Achse etc.

Die schnelle Atmung und das Hängen an der Wasseroberfläche bei ausreichend sauerstoffversorgten Becken ist ein direkter Hinweis auf eine Vergiftung, meist ist es Nitrit, seltener kommen noch andere Substanzen in Frage.

Was tun, wenn nun in einem Becken schon Fische sind und der Nitritpeak kommt:

1. Ruhe bewahren.
2. Sofortmaßnahme 50 % des Wassers wechseln.
3. Nitrit messen, mindestens zweimal täglich. Steigt der Wert über etwa 0,5 mg/l,

4. 50 % Wasser wechseln.

Je nach Höhe des Nitritwertes, sind auch deutlich größere Wasserwechsel denkbar. Bei Nitritwerten von 1,6 mg/l muß man schon 75 % auf einmal wechseln.

5. Der Nitritpeak dauert im Schnitt nach eigenen Messungen etwa 1 Woche.

Danach sinkt der Nitritwert plötzlich, weil dann die Nitrobacter Bakterien ausreichend vorhanden sind, um das Nitrit in Nitrat umzubauen. Sinkt der Nitritwert nicht nach etwa 1 Woche, liegen weitere Probleme im Becken vor, denen man sich zuwenden muß. Das ist aber eher selten der Fall.

Das Wasserwechseln drückt den Nitritwert durch Verdünnung immer, da im Leitungswasser Nitrit nur in minimalsten Spuren enthalten sein darf, da es auch für Menschen giftig ist.

Oft kommt das Argument, daß man durch die Wasserwechsel die Bakterienmenge reduziert. Das ist falsch oder zumindest verzerrt. Die Nitrosomonas und Nitrobacter Bakterien leben auf Substraten fest angeheftet, sie flottieren also nicht im Wasser. Insofern senkt ein großer Wasserwechsel die Gesamtpopulation nicht oder nur in vernachlässigbaren Größen.

Was ist mit Bakterienstarter ?

Ich habe die noch nie verwendet, kann daher nicht aus eigener Erfahrung sprechen. Berichte hier und in anderen Foren zeigen, daß sie funktionieren und das sie nicht funktionieren. Beides kommt vor. Warum, ist schwierig zu sagen, ob die einzelnen Produkte unterschiedlich sind oder die Konzentrationen der Bakterien unterschiedlich sind oder die Produkte vielleicht überlagert sind.

In der Konsequenz heißt daß, man verlasse sich nie nur auf Bakterienstarter, und das auch aus einem anderen Grund.

Die Bakterien, um die es hier geht, leben substratgebunden, d.h. wenn wir sie aus einer Flasche ins Becken schütten, müssen sie erst mal ein geeignetes Substrat finden, sich anheften und dann erst können sie mit ihrem Stoffwechsel und der Vermehrung beginnen. Auch dies benötigt Zeit. Manche Hersteller geben 24 Stunden an, mir persönlich scheint das eine zu unsichere Angabe zu sein, weil eben die AQ sehr, sehr unterschiedlich sind. Mal mag es klappen, mal nicht.

Botia lohachata

DCF 1.0

Ambastia nigrolineata

Zur Zeit habe ich keine Fotos der Botia nigrolineata.
Auch habe ich diese Schmerle noch nicht gepflegt, kann daher wenig zu Haltung und Verhalten beitragen.
Ich verweise aber gerne auf die Seite http://www.loaches.com

At the moment I have no photos of the Botia nigrolineata.
I also haven’t taken care of this loach yet, so I can contribute little to posture and behaviour.
But I would like to refer you to the page http://www.loaches.com

Ambastia sidthimunki

Umgangssprachlicher Name:
Schachbrettschmerle / Zwergschmerle 

Beschreibung: 

Ambastia sidthimunki ist eine kleine Schmerlenart mit einem für sie typischen Schachbrettmuster entlang eines mittleren schwarzen Streifen entlang der Seitenlinie. Die beweglichen hellen Augen mit schwarzer Pupille durchzieht ein schwarzer Streifen.
Das Fleckenmuster ist eindeutig als somatolytisches (Körperauflösendes) Muster zu werten. Dies sieht man vor allem bei einer Hälterung der Tiere wenn man Granitsteine im Becken liegen hat. Die Tiere sind dann phasenweise nicht vor dem Hintergrund nur schwer auszumachen auszumachen.

Größe und Alter:


Ambastia sidthimunki erreicht eine Länge von bis zu 7 cm und hat eine Lebenserwartung von bis zu 15 Jahren. Dadurch nehme ich an, dass die Geschlechtsreife erst nach 2-3 Jahren erreicht ist.

Geschlechtsunterschiede:

Primäre Geschlechtsmerkmale sind nicht zu erkennen, da keine Verbindung der Gonaden zu dem Urogenitalbereich. Sekundäre Geschlechtsmerkmale, wie Färbung oder Flossenform sind mir noch nicht bekannt. Die Weibchen scheinen aber größer und massiger zu werden

Verbreitung:

Laos, Thailand, Mekong Delta, 
Chao Phraya

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Ambastia sidthimunki

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Ambastia sidthimunki 20.048900, 102.211000


Ambastia sidthimunki wurde hauptsächlich in Klarwasserflüssen, allerdings in strömungsarmen Bereichen gefangen. Es dürfte sich um sauerstoffreiches Wasser im sauren Bereich (pH 6-6,8 ) geringer bis mittleren Härte bewegen, wie die meisten Klarwasserflüsse Asiens.

Sozialverhalten:

Ambastia sidthimunkiotia striata sollte unbedingt in einer Gruppe von min 10 Tieren gehalten werden. In Einzelhaft kümmern diese geselligen Tierchen schnell. Sie suchen viel Körperkontakt und sind sehr verspielt.In der Gruppe gibt es eine feste Hierarchie. Das Größte Tier kann sich den Ruheplatz aussuchen und wird dort nicht verdrängt. Beim Fressen gibt es keine Hierarchie.
Die Tiere sind 24h lang aktiv und ruhen sowohl am Tage als auch in der Nacht. Dabei bevorzugen sie Röhren mit 2 Ausgängen. Zwar spielen sie nicht ganz so theatralisch „Toter Mann“ wie Botia lohachata, liegen aber auch mal auf der Seite und scheinen wie tot. Eine Kommunikation zwischen den Tieren findet nach eigenen Beobachten durch das „aufrecht“ nebeneinander stehen im Wasser statt. Genauere Untersuchungen finden aber erst statt.

Beckenhaltung

Ambastia sidthimunki sollten in Becken mit mindestens 100cm x 40cm Grundfläche gepflegt werden. Die Höhe ist nicht so wichtig, da reichen 40cm locker aus.
Da sie empfindliche Barteln haben und gerne Gründeln, ist ein möglichst einkörniger Quarzsandboden sehr wichtig. Chaotisch aufgeschichtete Steinaufbauten mit vielen Ritzen und Höhlen sind der bevorzugte Ruheplatz der Tiere. Hier finden sie Deckung und Höhlen und sind von ihrer Grundfärbung her darauf eingestellt. Bambushöhlen und ausgehöhlte Kokosnüsse runden das Schmerlenbecken ab.

Die Bepflanzung sollte zwar üppig, aber nicht undurchdringlich sein. Cryptocorynen jeglicher Couleur kommen auch in den Heimatgewässern der Tiere vor. Eine Wasserpflanzendecke ist nicht zwingend erforderlich, weil die Tiere recht neugierig und nach einer längeren Eingewöhnung kaum noch schreckhaft sind, erleichtert den Tieren aber die Eingewöhnung.
Die Wassertemperaturen dürfen um 25°C liegen. Bei einer Gesamthärte um 6-8° und einem pH-Wert geringer als 7 (durch Erlenzäpfchen oder Torf) und eine Gruppe von min.10 Schmerlen entfalten die Tiere ihr ganzes Verhaltenspotential. Wichtig ist meines Erachtens die abwechslungsreiche Fütterung. Hauptsächlich Lebend- und Frostfutter sollte gereicht werden. Gemüse sollte auch auf dem Speiseplan der 
Ambastia sidthimunki stehen. Dabei aber in Maßen füttern, da dieser Allesfresser sehr schnell verfettet.
Sind gleichzeitig noch andere Bodenbewohner wie ABC-Welse (Aspidoras-Brochis-Corydoras) im Becken sollte an verschiedenen Plätzen gleichzeitig gefüttert werden, weil die Welse sonst nichts abbekommen.

Literatur & Links

  1. Ott,Gerhard: Schmerlen im Aquarium , Flensburg, Tetra Verlag GmbH (2000), ISBN 3-89745-128-X

Erfahrungsbericht

Als ich im Sommer 2003 meine ersten 6 Schachbrettschmerlen (
Ambastia sidthimunki damals hießen sie noch Botia sidthimunki) kaufte, wußte ich noch nicht, wen ich mir da ins Becken hole. Ich kannte lediglich die Rahmenbedingungen zur Haltung von Schachbrettschmerlen. Und so zogen die Tiere in ein mit Botia striata RAO,1920 besetztes 200 Liter Becken ein. Die 6 Schmerlen waren 1-2 cm groß und recht mager. Ich hatte wenig Hoffnung, alle durchzubekommen. Um im Nachhinein mehr über meine 6 Neuerwerbungen sagen zu können, führte ich eine Art Tagebuch:

1. Tag:

Ich erstand bei meinem Fischhändler 6 Schachbrettschmerlen von 1-2 cm Länge zum Preis von 6,99 pro Stück. Eigentlich wollte ich eine Gruppe von 15 Tieren, aber das war nicht machbar. Mal sehen, wann ich den Bestand aufstocken kann. Auffällig bei den Tieren ist die Zeichnung. Das typische Schachbrettmuster ist nur im Bereich der Rückenflosse bis zur Schwanzflosse vorhanden. Im vorderen Bereich ähneln sie eher der A. nigrolineata KOTTELAT & CHU, 1987. Alle Tiere haben eine sehr kontrastreiche Färbung und sind sehr agil im Händlerbecken und in der Tüte. Da ich die Händlerwasserwerte kenne und eine Woche zuvor erst Netz- und Streifenschmerlen bei ihm erworben hatte, war das Becken Wassertechnisch schon recht gut präpariert. Entfernung Händler – Wohnzimmer beträgt Luftlinie 600 Meter. Also konnte ich die Tiere relativ zügig in ihr neues Heim entlassen. Anstatt sich erst mal zu verstecken erkundeten sie ihre neue Umgebung sehr ausführlich. Einige Stunden später gab es dann Futter in Form einer Zucchini für die Welse und rote Frostfutter Mückenlarven und etwas Futtergranulat von JBL (NovoBea – sehr feines Granulat). Die Schachbrettschmerlen sprachen sehr gut auf das Granulat an und ignorierten die Mülas, zu Freude der restlichen Besatzung. Das Granulat sollte aber nur die Ausnahme darstellen, bis ich die richtige Nahrungszusammensetzung mit den Fischen erarbeitet habe. Dabei hat sich das JBL Granulat als Erstfutter sehr bewährt. Bislang mochten es alle meine Pfleglinge.

4. Tag:

Leider sind mir die Artemias heruntergefallen, und die Moinas brauchen auch noch einen Tag bis ich neu abschöpfen kann. Also gibt es heute gefr. Daphnien und ein paar Futtertabletten. Eine futterfreien Tag mag ich nicht einlegen. Es sind ja schließlich noch Babies. Was mir etwas Sorge bereitet, ist das dauernde hin und her Geschwimme an der Scheibe entlang. Nicht alle, aber immer 3-4 Stück. Sie scheinen gar keine Pause zu machen. Nicht einmal nach dem das Licht aus ist. Merkwürdig.

6. Tag:

Wenn sie mich sehen hauen sie ab, aber nur ein Stückchen; in der Hoffnung es könnte ja ein paar Moinas geben. Mit ihren feinen Barteln gründeln sie immer unter den Blättern der Pflanzen. Was sie da wohl suchen? Bislang ignorieren sie immer noch alle Höhlen. Lediglich der Vallisnerienwald übt eine gewisse Anziehungskraft aus. Was das Scheibenschwimmen angeht, gibt es kaum eine Besserung zu vermelden.

8. Tag:

Es ist mir endlich gelungen eine der „Großen“ größentechnisch zu fotografieren. Sie ist ca. 2,5cm lang. Die kleine dürfte dann so an die 2 cm sein. Ihr rastloses Schwimmen wird immer häufiger durch das „Schnüffeln“ an Blättern und das Gründeln im Sand unterbrochen. Ich bin richtig stolz auf meine kleinen Racker. Für Morgen früh ist der erste Teilwasserwechsel mit Osmosewasser geplant. Ich werde heute Nachmittag die Wasserwerte nehmen und sie bis morgen noch mal durchs Forum laufen lassen. Bei meinen Sumatras habe ich die Werte über 14 Tage lang angeglichen. Doch hier werde ich wohl etwas vorsichtiger sein.

10. Tag:

Die Artemias sind der absolute Renner. Die Schmerlen waren förmlich aus dem Häuschen. Bislang konnte ich noch keine Hierarchie feststellen. Man kann ihnen übrigens beim Wachsen zusehen. Mittlerweile schwimmen wieder häufiger 5 bis 6 Schmerlen an der Scheibe lang. Eine Schmerle scheint der Verursacher zu sein. Es ist aber nicht die größte und auch nicht die kleinste.

3. Woche:

Die kleinen Schachbrettschmerlen haben sich nun definitiv eingelebt. Lange Schwimmtörns an der Frontscheibe kommen nicht mehr vor. Dafür sind sie sehr aufmerksame Aquarienbewohner geworden. Kommt man zu nah ans Becken, ziehen sie sich in die hinteren Beckenregionen zurück. Allerdings verstecken sie sich nicht. Sie halten sich lediglich die Rückzugsmöglichkeit offen. Genauestens beäugen sie meine Bewegungen, in der Hoffnung es könnte sich um das Einbringen von Futter handeln. Dann verliert sich diese leichte Scheu und sie „stürzen“ sich ins Getümmel. Während der Pfingsttage konnte ich ihr Schlafverhalten beobachten und bin ganz überrascht.

Sie schlafen nicht wie angenommen im sicheren Schutz einer der zahlreichen Höhlen und Verstecke sondern liegen auf relativ offenen Sandflächen. Dabei liegen sie auf dem Bauch. Ein Umkippen oder „Toter Mann“ wie bei Botia lohachata konnte ich nicht beobachten.

Ihr anfänglich starkes Gruppenverhalten weicht immer mehr dem lockeren Gefüge, welches ich besonders bei Lohachata-Gruppen beobachten konnte. Während ich meine Botia striata eher selten alleine umherstreifen sehe, dauert es eine ganze Weile um alle Ambastia sidthimunki zu finden. Ihr „Schachbrett-Muster“ tarnt sie vorzüglich. Zwar stimmt das Farbmuster absolut nicht mit dem Hinter-/Untergrund meines Aquariums überein, aber das Muster löst sich aufgrund der Licht- und Schattenspiele fast völlig auf. Ihr Aufenthaltsbereich im Becken umfaßt immer noch hauptsächlich die mittleren Wasserregionen, wobei sie gerne auf erhöhten Plätzen liegen. Bis auf die Zeit nach dem Füttern, konnte ich kein Gründeln beobachten. Nur das „Beschnuppern“ der Pflanzenunterseite dient anscheinend dem Aufstöbern von Nahrung. Wobei aber zu sagen ist, daß sie keine Algen abweiden.

5. Woche:

Diese Woche konnte ich erstmalig ein Rangordnungsverhalten beobachten. Während die Schachbrettschmerlen eigentlich kaum in der Gruppe anzutreffen sind, gibt es doch eine gewisse Rangordnung innerhalb des „losen Verbundes“. Direkt vor meinen Augen trafen die beiden größten
Ambastia sidthimunki aufeinander, wie eigentlich häufiger am Tag. Nur dieses mal hatten beide ihre Färbung verloren. Nur noch der Rückenstreifen war zu erkennen. Offenbar verursachte das Zusammentreffen einen enormen Streß. Beide standen fast aufrecht stehend nebeneinander, Kopf an Kopf. Bewegte sich die einer in irgendeine Richtung, vollführte die andere die selbe Bewegung, wobei diese Richtungsänderungen nicht nur von einer ausgingen. Zwischenzeitlich kam es zu einem Zittern des Körpers. Während ich von anderen Botia-Arten eine Drehbewegung „Kopf-Schwanz“ als Rangordnungskampf kannte, wobei eine schließlich das Weite suchte, wollte hier keine nachgeben. Selbst andere Ambastia sidthimunkii wurden ignoriert. Es existierte kein Drumherum für die beiden. Erst das Eingreifen einer Botia striata beendete das Ritual. Kurz danach konnte man beide wieder einträchtig zusammen schwimmen sehen. Ich hake das als langsam Geschlechtsreif werden ab.

6. Woche:

Keine besonderen Vorkommnisse. Die Tiere werden immer größer und kräftiger. Mittlerweile hängt nur noch eine in der Größe hinterher. Ihre Färbung hat sich immer noch nicht viel verändert. Sie haben von der Mitte bis zur Schwanzflosse die typische Fleckfärbung. Zum Maul hin verläuft nur ein Längsstreifen. Vielleicht kann mein Händler den genauen Herkunftsort herausfinden. Vielleicht gibt es ja Unterschiede in der Musterung abhängig zum Herkunftsgebiet.

Zwei Jahre später:

Mittlerweile bin ich Mitglied des BSSW und habe mich mit einem Aquaristikfachgeschäft selbstständig gemacht, was die Beschaffung neuer Schmerlen doch ganz erheblich vereinfacht. Die Truppe ist mittlerweile auf 25 Tiere aus ganz Deutschland kommend angewachsen. Sie haben ein neues Aquarium bekommen (100x50x50cm) und leben nun in Gesellschaft von 15 Botia kubotai KOTTELAT,2004 und einem Kampffischpaar (Betta splendens).

Die Verhaltensähnlichkeiten der 2 unterschiedlichen Gattungen ist enorm. Das Kopf-an-Kopf stehen ist zwischenzeitlich immer noch zu beobachten, nur daß auch immer wieder Botia kubotai und Ambastia sidthimunki beteiligt sind. Die ältesten Exemplare bringen es auf ca. 5,5-6cm Totallänge und können somit den B. kubotais fast das Wasser reichen, welche mit einer Größe von 10cm keine großen Wachstumsschübe mehr machen sollten.

Mittlerweile kann ich immer mal wieder einen Laichansatz bei den Tieren erkennen. Wenn ich es schaffe Nachts mit einer Taschenlampe eines der trächtigen Tiere zu „röntgen“, sieht man deutlich kleine Eier im Bauch des Tieres. Nach ein paar Tagen ist der Laichansatz dann aber wieder verschwunden. Ob abgelaicht wurde oder ob die Tiere in der Lage sind ihren Laich zu resorbieren, weiß ich nicht. Ich denke nicht, dass ihr aktuelles Heim eine Möglichkeit der Eiablage bietet. In diesem Zusammenhang stelle ich mal folgende Theorie über die Funktion des Unteraugendorns auf. Bezugnehmend auf die Nachzuchterfolge bei Dornaugen , welche jedes Mal in durchströmten Filtersubstrat gelaicht haben, denke ich, dass die Tiere zur Eiablage enge Felsspalten benötigen, um den Laich herauszustreifen. Die Strömung verteilt dann die Eier und gewährleistet so, dass nicht alle Eier von nachfolgenden Tieren verspeist werden. Der Unteraugendorn dient zum Halt in zwischen den Steinen bei starker Strömung. Zur Zeit plane ich ein Becken, welches eventuell eine Eiablage nach o.g. Theorie ermöglicht.

Dezember 2018
Von den Ursprünglich 25 Tieren sind noch 3 Tiere übrig geblieben.
Desweiteren hat es im Laufe der Zeit Nachwuchs gegeben. Wie das passieren konnte ?
Keine Ahnung. Auf jeden Fall habe ich keine Tiere nachgekauft und ich habe 4 Schachbrettschmerlen im Aquarium, wobei eines der Tiere deutlich kleiner ist.
Sie Leben zur Zeit mit einer 6er Gruppe Botia Kubotais auf 240 Liter und erfreuen sich bester Gesundheit. 

Botia udomritthiruji

2007 als Botia sp Tenasserim bezeichnet und von einem gewissen
Lerdsuwa beschrieben.
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Botia_sp_Tenasserim.jpg
Beim Anblick des Fotos habe ich so meine Zweifel ob es sich um einen neue Art handelt.
Ähnelt die Schmerle doch stark der adulten Botia histrionica mit aufgelöstem Streifenmuster.

Zur Zeit habe ich keine Fotos der Botia udomritthiruji.
Auch habe ich diese Schmerle noch nicht gepflegt, kann daher wenig zu Haltung und Verhalten beitragen.
Ich verweise aber gerne auf die Seite http://www.loaches.com

At the moment I have no photos of the Botia udomritthiruji.
I also haven’t taken care of this loach yet, so I can contribute little to posture and behaviour.
But I would like to refer you to the page http://www.loaches.com

Botia kubotai

Botia birdi

Zur Zeit habe ich keine Fotos der Botia birdi.
Auch habe ich diese Schmerle noch nicht gepflegt, kann daher wenig zu Haltung und Verhalten beitragen.
Ich verweise aber gerne auf die Seite http://www.loaches.com

At the moment I have no photos of the Botia birdi.
I also haven’t taken care of this loach yet, so I can contribute little to posture and behaviour.
But I would like to refer you to the page http://www.loaches.com

Botia striata RAO,1920

Umgangssprachlicher Name:
Streifenschmerle / Zebraschmerle

Beschreibung: 

Botia striata ist um den ganzen Körper gestreift und zeigt kaum einen helleren Bauchbereich. Die Streifung ist nicht regelmäßig, sondern mal dicker und mal dünner und weist bei vielen Tieren ovale Einschlüsse auf. Im Bereich der Brustflossen ändert sich die Richtung der Streifen und grenzen so den beweglichen Kopfteil (kinetischer Schädel) ab. Die beweglichen hellen Augen mit schwarzer Pupille durchzieht ein schwarzer Streifen.
Unter den Augen findet sich auf jeder Seite der für die Familie Cobitidae typische Unteraugendorn, dessen Funktion noch nicht eindeutig geklärt ist. Anm.: Da ich meine Schmerlen nur mit der Hand umsetze, merke ich jedes Mal das Stechen, wenn die Tiere ihren Dorn ausfahren. Bei dieser Schmerlenart kann man die starke Durchblutung der Bartelpaare sehr gut erkennen und somit dürfte die Empfindlichkeit dieses Tastorgans einleuchten.
Das Streifenmuster ist eindeutig als somatolytisches (Körperauflösendes) Muster zu werten. Dies sieht man vor allem bei einer Hälterung der Tiere auf feinerem Kies mit einer Mischung von dunklen und hellen Partikeln. Die Tiere sind dann phasenweise nicht vor dem Hintergrund auszumachen.

Größe und Alter:

Botia striata erreicht eine Länge von bis zu 9 cm und hat eine Lebenserwartung von bis zu 15 Jahren. Dadurch nehme ich an, dass die Geschlechtsreife erst nach 2-3 Jahren erreicht ist.

Geschlechtsunterschiede:

Primäre Geschlechtsmerkmale sind nicht zu erkennen, da keine Verbindung der Gonaden zu dem Urogenitalbereich. Sekundäre Geschlechtsmerkmale, wie Färbung oder Flossenform sind mir noch nicht bekannt.

Verbreitung:

Tunga River, Karnataka, Indien.

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Botia striata

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Botia striata 14.032013, 75.683098

Botia striata wurde hauptsächlich in Klarwasserflüssen, allerdings in strömungsarmen Bereichen gefangen. Es dürfte sich um sauerstoffreiches Wasser im sauren Bereich (pH 6-6,8 ) bei kaum nachweisbarer Härte bewegen, wie die meisten Klarwasserflüsse Asiens.

Sozialverhalten:

Botia striata sollte unbedingt in einer Gruppe von min 10 Tieren gehalten werden. In Einzelhaft neigen sie zu Aggressivität gegenüber anderen Aquarienbewohnern. Sie suchen viel Körperkontakt und sind sehr verspielt.In der Gruppe gibt es eine feste Hierarchie. Das Größte Tier kann sich den Ruheplatz aussuchen und wird dort nicht verdrängt. Beim Fressen gibt es keine Hierarchie.
Die Tiere sind 24h lang aktiv und ruhen sowohl am Tage als auch in der Nacht. Dabei bevorzugen sie Röhren mit 2 Ausgängen. Zwar spielen sie nicht ganz so theatralisch „Toter Mann“ wie Botia lohachata, liegen aber auch mal auf der Seite und scheinen wie tot. Eine Kommunikation zwischen den Tieren findet nach eigenen Beobachten durch das „aufrecht“ nebeneinander stehen im Wasser statt. Genauere Untersuchungen finden aber erst statt.

Beckenhaltung

Botia striata sollten in Becken mit mindestens 100cm x 40cm Grundfläche gepflegt werden. Die Höhe ist nicht so wichtig, da reichen 40cm locker aus.
Da sie empfindliche Barteln haben und gerne Gründeln, ist ein möglichst einkörniger Quarzsandboden sehr wichtig. Chaotisch aufgeschichtete Holzaufbauten sind der bevorzugte Ruheplatz der Tiere. Hier finden sie Deckung und Höhlen und sind von ihrer Grundfärbung her darauf eingestellt. Bambushöhlen und ausgehöhlte Kokosnüsse runden das Schmerlenbecken ab.

DCF 1.0

Die Bepflanzung sollte zwar üppig, aber nicht undurchdringlich sein. Cryptocorynen jeglicher Couleur kommen auch in den Heimatgewässern der Tiere vor. Eine Wasserpflanzendecke ist nicht zwingend erforderlich, weil die Tiere recht neugierig und nach einer längeren Eingewöhnung kaum noch schreckhaft sind, erleichtert den Tieren aber die Eingewöhnung.
Die Wassertemperaturen dürfen um 27°C liegen. Bei einer Gesamthärte um 6-8° und einem pH-Wert geringer als 7 (durch Erlenzäpfchen oder Torf) und eine Gruppe von min.10 Schmerlen entfalten die Tiere ihr ganzes Verhaltenspotential. Wichtig ist meines Erachtens die abwechslungsreiche Fütterung. Hauptsächlich Lebend- und Frostfutter sollte gereicht werden. Gemüse sollte auch auf dem Speiseplan der Botia striata stehen. Dabei aber in Maßen füttern, da dieser Allesfresser sehr schnell verfettet.
Sind gleichzeitig noch andere Bodenbewohner wie ABC-Welse (Aspidoras-Brochis-Corydoras) im Becken sollte an verschiedenen Plätzen gleichzeitig gefüttert werden, weil die Welse sonst nichts abbekommen.

DCF 1.0

Literatur & Links

  1. Ott,Gerhard: Schmerlen im Aquarium , Flensburg, Tetra Verlag GmbH (2000), ISBN 3-89745-128-X